
Willi war ein wunderschöner sensibler Kater.Ich habe ihm damals von Deutschland nach Kroatien mitgenommen. Niemand konnte das verstehen, in Kroatien gab´s so viele Katzen, aber das war einfach Zufall... Willi hatte plötzlich kein Zuhause mehr und ich wollte es nicht zulassen das der süßer Willi in Tierheim endet.
Willi und ich; wir haben uns sofort verstanden:Die Reise war zwar sehr anstrengend aber als wir daheim waren hat er sich nicht einmal versteckt, er durchsuchte alles in Ruhe und beschlagnahmte sofort die besten Plätze für sich.Am liebstem saß er am Fenster und beobachtete die Vögel und die Bewegungen auf dem Hinterhof, dabei übersah er nicht die Katzen und trotz seiner Kastration machten ihm die Miezen immer unruhig.
Ab und an ging meine Tochter mit Willi an der Leine in den Hof.Willi war alles andere als begeistert, schaute zu mir , die am Fenster die Lage besichtete *g*, machte sein Mäulchen auf und jaulte lautlos.Darauf war dann auch Spaziergang beendet, Willi hatte Angst und ich wollte ihm das nicht zumuten Es war auch ein Bild; der schöner weiße Kater inmitten von dem Hof das alles andere als das war was er von seiner deutscher Heimat kannte. Nun nicht nur das Hof war unpassend für dem schönen Willi!
Das Futter war auch nicht das was man kannte. Willi war Whiskas gewöhnt und Whiskas als Einfuhrware war in Ex-Yugoslawien nicht zu haben.Also versuchte ich immer wieder dortigen Futter aufzuzwingen .Tja, pustekuchen ...es hätte tagelang da stehen können...Willi hat es nicht angerührt, und oh weh nicht einmal das was ich so liebevoll für ihm gekocht hatte.Es hat nur gefehlt das Willi mir die Zunge raustreckt und *bääääääääääääh* sagt.
Also fuhr ich nach Österreich um Whiskas einzukaufen und Willi fühlte sich Zuhause, nicht einmal Deutschland hat er vermisst oder gar Heimweh gehabt.Sein Schlafplatz war immer hinter dem Kopfkissen über meinem Kopf und am Tage präsentierte er sich in seiner ganze Schönheit den Besuchern und wehe eine hätte sich auf sein Sessel oder Stuhl gesetzt, er hatte so lange keine Ruhe gegeben bis sein Platz wieder frei war. Nur wenn er meine Tochter in Schlafanzug sah war er nicht mehr zu finden.Er wusste genau das sie ihm jetzt einfangen will und ins Bett abschleppt und auch noch unter der Decke steckt.Das mochte Willi überhaupt nicht und er war so schlau das sie ihm meistens nicht gefunden hatte.
 Es war das Jahr 1990, der Krieg lag schon in der Luft.Wir wollten eigentlich nicht mehr nach Deutschland zurück, ich hatten mich wieder in der Heimat eingelebt und die Kleine ging schon in die erster Klasse und sprach nur kroatisch. Aber ich hatte auch Angst das der Krieg doch eskaliert und dem wollte ich meine Tochter nicht stellen.Da wir auch die deutsche Staatsangehörigkeit hatten lag die Möglichkeit nach Deutschland auszuwandern nah. Nur der Willi, der eigentlicher Deutscher, was soll aus Willi werden? Wenn die Grenzen zu sind, wenn man das Land nicht mehr verlassen kann... wir hatten Angst um Willi, so beschlossen wir Willi als ersten zu evakuieren und so wurde Willi in Stuttgart untergebracht bis sich die Situation geklärt hat.
1991 begann der Krieg sehr heftig und wir verließen Kroatien. So kam es das auch Willi nach Bayern zog, nämlich wieder zu uns. Das für micht so interessante war das Wunder das Willi sofort wieder bei uns Zuhause war, als hätte er schon immer dort mit uns gewohnt. Nun hatte Willi sich doch etwas geändert. Er wollte raus, er war kein Wohnungskater mehr.Ich hatte zuviel Angst um ihm raus zu lassen, so passierte es das Willi irgendwie raus kam, da wir in EG wohnten war das nicht allzugrosse Trick.In der Nacht wachte ich durch sein miauen auf, es regnete stark und ich holte Willi in die Wohnung. Nach dem er wieder trocken war legte er sich auf sein Platz über dem Kopfkissen und schlief.
Kurz danach starb Willi an Lungenödem.Es war eine schreckliche zeit und ich habe sehr um Willi getrauert, meine Tochter vermisste ihren kleinen Kameraden der als einziger sie verstehen konnte in einem Land dessen Sprache sie nicht verstand. Willi hatte so viele nette Eigenarten die uns fehlten und auf das Rat eine andere Katze zu nehmen reagierte ich ziemlich wütend; andere Katze? Willi war Willi! Was soll das? Keine Katze kann ihm ersetzen! Und dann kam Felix!
Und Felix war kein Ersatz, o nein, Felix war Felix!
Als Willi starb war ich untröstlich. Ich habe mir für die folgender Nächte eine Vertretung gesucht *und gefunden. Ich wäre nicht in der Lage gewesen zu arbeiten. Willi wurde in Wald nah der Wohnung meine Mutter begraben.
In der Zeit habe ich mit einem bekannten Arzt gesprochen und mein Trauer dagelegt. Er war nicht verwundert!Es hat mir gut getan verstanden zu werden * denn sonst konnte ich nur Menschen sprechen die das nicht verstehen konnten. Ein Tier ist ein Tier! Die hätten auch nie versanden das Willi ein Familienmitgleid war, ein Freund meine Tochter. Sie fürchtete sich ohne Willi Nachts während ich Dienst hatte in der Wohnung zu schlafen. Sie vermisste Willi so wie man ein Freund, ja ein Bruder vermissen wurde. Und wir fuhren täglich zum Willis Garb und brachten ihm Blumen. Sie hat ein kleiner Kreuz gebastelt und es in der Erde in der Willi`s Kopfhöhe gesteckt.
Morgens nach hause kommen * und der Willi wartet nicht vor der Tür. Abends los gehen und wissen das die Kleine jetzt wirklich alleine ist. Ich vermisste Willi an alle Ecken. Mir ging es nicht gut, ich weinte ständig und konnte mich nicht konzentrieren.
Als Felix da war*war das Haus nicht mehr so leer, aber es hat noch lange gedauert bis mein Trauer vorbei war.
Vorbei?
Nein, ehrlich gesagt * ich traue heute noch um Willi. Er war mal bei und mit uns, er war ein Teil unseres Lebens. Auch Willi wird immer in unseren Herzen bleiben und so auch weiter leben.


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